Zwischen Hippie und Jetset

Aus dem Leben der Uschi Obermayer von Salzgitter

there is a little magic in every moment.

Und manchmal auch ganz viel davon. San Francisco ist wie Kreuzberg in gerade. Wie New York in wild, wie Mexiko in teuer, wie Sydney in interessant. Übermüdet war ich beim Friseur, der bärtige Empfangschef hat ganz viel gesagt, als ich da eingetreten bin. Ich habe einfach so getan als würde ich kein Englisch sprechen, habe meine Sprache noch ein bisschen schlafen lassen. Auf dem Schneidestuhl geklettert. Ich sehe mich um, und sehe die schönsten Männer der Welt, sich gegenseitig rasierend, pustend, streichelnd kämmend, die Bärte kraulend, mit dampfenden Tüchern auf den Gesichtern.Wie weichgezeichnet mit italienischer Fahrstuhlmusik unterlegt, wie bei Sat 1 unter der Bettdecke zu Schulzeiten. Ha! Paradies: Ich war beim Herrenfriseur und habe nun eine Herrenfrisur. Meine Weiblichkeit ist dennoch unübersehbar, dank pinkem Lippenstift, den ich  beim Steaksandwichessen gleich mit aufgegessen habe. Nun bin ich nackt, und gleichzeitig eingehüllt in kalifornische Sonne, den besten Kaffee der Welt, ein Kopf voller Zahlen und Buchstaben, einem Parkerlebnis auf das ich on einem späteren Artikel eingehen werde, also eingehüllt in eine Müdigkeit, die mich langsam glauben lässt, ich würde nur träumen. 

She said she could, and so she did. 

24 Stunden

brauche ich um Wurzeln zu schlagen. In der Erde, im Meer und auf den Straßen, die nach mweinen Lieblingsliedern benannt sind. 

Ich bin jetzt eine von hier, Seele angekommen, Alltag. 

Frei. Vergesse ich immer, wenn ich Zuhause denke.

Ich will mich nie mehr festhalten müssen. Ich habe die Freiheit gefunden, ich schwebe durch die Kanäle des Labyrinths des Lebens, ich bleibe nirgendwo mehr hängen und fühle mich ach so aerodynamisch.  

All das, von dem ich glaubte, das ich es brauche um mich komplett zu fühlen, lache ich gerade aus. Gerade aus, gehe ich meinen Weg, nein ich fliege ihn. Ich bin frei und bleibe es, und das ist das einzige, von dem ich tief und fest behaupten kann: Für immer. 

Erster Eindruck, ohne Druck.

Wie kann es sein, dass Fremde mir so bekannt vorkommt, ich mich entspanne im Unbekannten?

Ich kann es kaum erwarten und wache in der Dunkelheit auf. Wo bin ich? In der Ferne funkeln Schiffe auf dem Meer, ich glaube neben mir steht eine rosa Rose, passend zum Nagellack, wenn das Licht angeht. Ob ich wirklich richtig, steh, seh ich wenn das Licht angeht. Eins, Zwei oder Drei?
Drei Hunde, alle adoptiert und adaptiert begrüßen mich, als ich mit Jogginghose die Tür zu den Hallen öffne, von denen ich mir vorher nur eine Ahnung erhaschen konnte, wenn ich die Blümchengardine, rechts vom Bett ein Stückchen zur Seite gezogen habe. Die Hallen, Millimeter genau einsortiert, wie im Tetris Level 5, befüllt mit Allem, was man für Kunst braucht. Papiere, Klebebandrollen, unte, neben mir Schreibtische an denen Landschaftsarchitektur erfunden wird, der Papagei fliegt vor und sagt etwas auf sehr amerikanischem Englisch, ich folge ihm, ohne zu überlegen und stehe in einem Geschäft. Über mir mein Zimmer, aus dem Bon Iver flüstert, hier unten Biolebensmittel, Papiertüten, Postkarten.
Ich atme ein und aus, strecke meine Arme über die Regale und bewege meinen Körper zum Rhythmus meines Atems.

Die Möwen lachen vor der Tür, die Masten klimpern, es ist 5 Uhr dreißig und ich mache Yoga in Schlafklamotten in einem Geschäft, ein Opossum knabbert an einer Ananas und ich könnte mich normaler nicht fühlen.  

Es wird hell. Ich bin in San Francisco. Ich bin ein Schwamm.

Introducing Coco Island

Herzlich Willkommen im Paradies. 

Folgendes können Sie auf Coco Island tun: 

Die Seele baumeln lassen.

Outdooraktivitäten. Mit der ganzen Familie. 

Den herrlichen Sonnenuntergang von der Veranda bestaunen. 

Fünfe gerade sein lassen.

Im komfortablen, modernen Hotelzimmer einfach mal abschalten und relaxen. 

Hier kann nämlich der Mensch noch Mensch sein!

NICHT fischen!

Fischern beim Fischen und Vögeln beim Vögeln zusehen. 

NICHT an Kokosnüssen ziehen!

Sich mal so richtig Verwöhnen lassen. Den Stecker ziehen. Abschalten. Sich zurücklehnen. 

Ureinwohner beobachten.

Den lieben Gott einen schönen Mann sein lassen. 

Kollektive Sommersprossenzucht, -Kontrolle und -Ernte. 

Die Insel mit bei 5km/h erkunden. Go Slow lautet das Motto von Coco Island, neben dem alten Motto: No Shirt, no Shoes, no Problem!

Die Sprache spielerisch lernen. 

Auf den Wellen reiten, auf den Hurricane warten. 

Sich lieb haben. Malerisch und pittoresk. 

Coco Island ist mehr als eine Autostunde von Allem entfernt. Coco Island ist irgendwo in der Karibik. 

Ein ganz normaler Tag in Mexiko.

05:45h Jetlag Adoptiert: Aufstehen

07:30h durch den Sonnenaufgang wandern. Beten. 

10:00h Kaffee mit Zimt

10:30h Frühstück, meistens mit Vitaminen

Mittags, Zeitgefühl längst verloren, aber es ist heiß:  Den Hundefänger verscheuchen 

Duschen&Seele putzen

Sich wundern 

Sommersprossenzucht&Bildung

Spielen

Sich nicht mehr wundern

Pipi machen

Staunen

Nahrung und Musik in Form von Farben

Schnell nach Hause gehen, schlafen. Um halb Sechs klingelt der Wecker Hahn

Miami:

Was ich auf dieser Reise gefunden habe: 

Meine Weiblichkeit

Die Inspiration für Inspiration

Mein Zuhause:Berlin

Ein ruhiges Ich

Eine neue Reife

Eine neue Freundin

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Nähe und Distanz Tanz.

Es gibt viele Dinge, die ich nicht verstehe. Immernoch nicht, obwohl ich mir alle Mühe gebe, es zu tun. So viel Mühe, dass der Kopf manchmal weh tut. Abwechselnd mit dem Herzen. 

Ich verstehe zum Beispiel nicht, wie Nähe zwischen Fremden von einem Moment auf den Nächsten entstehen kann, die sich so echt anfühlt, dass die Woche drauf, wenn man sich wieder sieht, nichts mehr davon übrig zu sein scheint. Warum man diese Nähe nicht am Schopfe packen kann, um damit zu spielen, gemeinsam. Diese freigewordene Energie scheint mir so viel Potential zu haben. Aber dann ist sie plötzlich weg. Und ich verstehe nicht wohin. Im Kopf wahrscheinlich und treibt dort ihr Unwesen. Bei mir wandert das in den Bauch und macht Krämpfe. 

Von weitem sieht vieles so anders aus, als von Nahem. Das kann gut oder schlecht sein. 

Bei unreiner Haut in Verbindung mit einem 20 fachen Vergrößerungsspiegel zum Beispiel ist Distanz besser. Von weitem kann man so gut aussehen. 

Beim Reisen ist das  Nähe und Distanz Ding so ein seltsames Wechselspiel. In der Ferne ist man schön weit weg von Alltagssorgen, ist geistig und körperlich weit weg von allem, aber ganz nah dran an sich. Das kann gut oder schlecht sein. 

Ich glaube ja inzwischen, dass alleine Reisen etwas sehr egoistisches ist und habe deshalb beschlossen, es nur noch bedingt zu tun oder wenn unbedingt nötig. Genau so verhält es sich mit One Night Stands und Vergrößerungsspiegeln. 

Ich glaube, das habe ich dann doch irgendwie verstanden. 

Ein gutes Gefühl, wenn etwas Sinn macht. 

Mein Koffer ist heute von Medellin nach Bogotá gezogen. Ganz alleine. Guter Koffer.

Wer bin ich und wenn ja, die Eine.

Und dann saß ich so da und dachte, dass ich nur dafür lebe, um zu lieben. Um zu teilen, damit meine ich geben und nehmen und zwar nicht irgendwas, sondern nur das, woran ich wirklich glaube. Mit jeder einzelnen Zelle, so sehr glaube, dass ich brenne. Angetrieben von den anderen, die Anderen antreibend. Schlaf dient dann nur noch als Energielieferant, oder als Liebeslieferant, wenn man es zu zweit oder zu dritt tut. Das Schlafen meine ich.
Ich möchte ganz genau wissen für was ich lebe, möchte meinem Tun beim Wachsen zusehen, immer on, immer auf 180, ich will dass es sich bewegt, wir uns bewegen, wir etwas schaffen, bei dem wir uns sicher sein können, inmitten von dieser unsicheren Welt.
Dann saß ich immernoch da mit geballten Fäusten, getrockneten Tränen und all den Ausrufezeichen über meinem Kopf, und ich fragte mich, ob ich Mutter werden sollte? Leben schenken, erschaffen, weitergeben. Jemanden mit ins Boot zu holen, dem ich meine Welt bauen könnte, nur für ihn. Für sie.
Aber was soll ein Kind mit all dem Glauben, all der Liebe und all den Wahrheiten anfangen, wenn es dann wiederum auch in genau dieser Welt lebt, in der sich Verständnis nur schwer finden lässt. Diese Welt, die mir so sinnlos erscheint manchmal, weil jeder nur für sich kämpft, Worte leer und Taten überbewertet sind?
Wahrscheinlich ist die einzige Möglichkeit, die ich noch habe, um das wahre Glück zu finden, den Sinn zu finden. Um nicht den Verstand zu verlieren, zu einem Lügner zu werden oder dumm und stumpf– erstmal die Welt zu retten. Meine Welt.

Es ist ja eigentlich ganz einfach. Das Leben als solches. Das Schöne meine ich.
Sei nett zu den anderen und sie sind nett zu Dir.
Dann macht alles mehr Spaß und plötzlich werden aus dunklen Wolken tanzende Blätter, aus nervenden Menschen, hübsche Nebenrollen. Und auch beim schimpfenden grauen Mann vor dem Späti findet man plötzlich eine Verbindung per Gedankenübertragung und stumm sage ich dem Mann der sich wie ein Baby an meiner Brust festklammert, dass Alles gut wird. Man kann die Welt verändern, momentweise, den anderen die Angst nehmen. Loslassen. Immer wieder loslassen, was uns nicht gehört, um weiter fliegen zu können.
Ruhig sein und die Zeichen erkennen. Das sehen was ist, nicht das, was fehlt.
Es ist doch so einfach. Hört einander zu.
Wer redet, erfährt nichts.
(Muss ich gerade sagen. Aber ich versuchs zumindest).

Ich bin in Dich verliebt

Berlin. Du machst mich glücklich. Du machst mir Heimweh und löst somit das Fernweh ab. Ich bin in Dich sowas von verknallt, weil Du mich inspirierst, manchmal fast schon zu viel. Aber gerade dieses Übermaß verursacht ein kitzeln in meinem Bauch. Ich mag den Wind im Görlitzer Park, die fliegenden Blätter und ich freue mich auf Deinen Winter mit kuschligen Decken, aromatisiertem Tee und Freunden, die unangemeldet vorbeikommen, um was zu kochen, was sie vorher am Maybachufermarkt gekauft haben. Ich hätte niemals gedacht, dass Zuhause sich so aufregend, so exotisch anfühlen kann. da kann der Dschungel Kolumbiens und das Barfußlaufen sich mal eine Scheibe davon abschneiden. Ich mag Deinen Dachschaden, Berlin, innerlich wie äußerlich weil er meinen dadurch so schön unbedeutend wirken lässt. Hier kann ich die Person sein, die ich eigentlich bin und wer sich jetzt noch anpasst, hat verloren.

Du machst mich glücklich. So ganz unhysterisch, aber dafür richtig. 

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